September 21, 2021

Leichter gesagt: „Mut zur Zukunft“

Ein wenig mutet dieser Satz an wie aus einem aktuellen Wahlprogramm. Tatsächlich ist er die Überschrift einer Regierungserklärung von Helmut Schmidt aus dem Jahr 1980!

Wenn es damals schon um den Blick in die Zukunft ging: was hat sich seitdem getan?

Die persönliche Betrachtung bringt mich auf drei Punkte:

(1) Machen wir uns das kurz mal klar: politische Debatten können sich ja nur um das Aktuelle und Machbare kümmern. Eine politische Debatte kann nie eine gesellschaftliche Grundeinstellung prägen. So ausgewogen, paritätisch und die Bevölkerung abbildend kann ein Rat, Landtag oder Bundestag gar nicht besetzt sein.

Das muss die Gesellschaft selbst machen. Ausgehend von einer politischen Debatte. Am Ende aber doch auf der Ebene der Gesellschaft.

Und da staune ich auch immer wieder: es wird umfassend über Politiker:innen geschimpft. Bis zu Hasskommentaren und anderen widerlichen Entgleisungen. Die politische Debatte allerdings aufzugreifen? Das kommt vielen dann doch nicht in den Sinn.

Dabei kommt es genau darauf an!

Und bringt mich zu Punkt (2).

Ich werde immer richtig wehmütig: wenn meine Eltern von den großen gesellschaftlichen Debatten der 1970 – 1990er Jahre erzählen. Warum wehmütig? Weil mir genau diese Debatte eben fehlt. Die persönliche Auseinandersetzung zu ganz persönlichen Überzeugungen. Dieses Einstehen für die eigene Haltung.

So sehr ich die Digitalisierung wertschätze: hier droht sie der Gesellschaft einen Bärendienst zu erweisen. Können 6.000 Tweets pro Sekunde (!) die persönliche Diskussion wirklich ersetzen? Wollen wir das wirklich zulassen? Dass anonyme „User“ das gesellschaftliche Stimmungsbild manipulieren?

Für mich steht fest: die Debatte aus „Rede, Gegenrede und Synthese“ braucht ihren Platz in der digitalen Welt – sonst ist in der digitalen Welt bald kein Platz mehr für uns!

Und zu guter Letzt: (3) zwingen wir uns doch selbst mal zur konkreten Auseinandersetzung. Zunäcst mal mit uns selbst. Und zu den Themen unserer Zeit. Und dann stellen wir uns der gesellschaftlichen Debatte. Oder begründen sie.

Denn: JEDE:R hat etwas zu sagen!

Zweifel? Da reicht doch ein kurzer Blick quer durch LinkedIn oder ähnliche Plattformen!

Allein: wie kommen wir wieder ins Gespräch?

Heute ist das neue „Schnipsel-Buch“ von René Borbonus bei mir angekommen. Viele tolle Anregungen in kurzen Abschnitten aufbereitet – eben „Schnipseln“.

Ich freue mich darauf und werde nie aufgeben:

Solange etwas „leichter gesagt als getan“ ist, ist die Debatte ein Start in das, was wir eine „gute Zukunft“ nennen!

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