Februar 11, 2021

Das Wort der Woche …

Es hat geschneit! Gut, genau genommen ist das für den Monat Februar eigentlich keine Schlagzeile wert. Warum es mir doch eine Betrachtung wert ist? Wenn wir ehrlich sind, sind wir das hier, nördlich des Ruhrgebietes, kaum noch gewohnt!  

Eigentlich erstaunlich, dass man bislang noch nicht davon liest, dass „diese Klimaerwärmung ja nun wohl doch bitteschön nicht so schlimm sein kann“, oder?

Bemerkenswert finde ich auch, dass die Nachricht eines Wintereinbruches mit extremen Schneeverwehungen die Leute tatsächlich dazu gebracht hat, zuhause zu bleiben – vielleicht sollte die Bundesregierung sich da für zukünftige Pressemitteilungen was abschauen?!?

Im Ernst: ich habe mich über diese weiße Überraschung sehr gefreut – insbesondere für die von der aktuellen Situation sehr gebeutelten Kinder.

Und so tun wir dieser Tage das, was wir prinzipiell viel häufiger tun sollten: wir halten inne und beschäftigen uns mit den Menschen, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdient haben.

Die tägliche Arbeit am Rodelhügel, die ungerichtet Freude der Kinder und die durchweg fröhlichen Gesichter der Menschen, die einem beim Stapfen durch den Schnee begegnen – alles ganz wunderbarer Balsam für die angeschlagene Seele.

Darüber hinaus bietet der versonnene Blick in den verschneiten Garten auch eine Vielzahl von Impulsen. Einer davon ist eine wunderbare Idee von René Borbonus, der uns auf seinem LinkedIn-Profil mitnimmt auf eine Reise zu den wunderschönen Wörtern unserer Sprache. Wirklich faszinierend daran ist, dass diese Worte wohl kaum Jemand zuvor gehört hat.

Ich möchte diese Idee aufgreifen und ein Wort vorstellen, das wir alle kennen, allerdings viel zu selten anwenden:

DANKE

Und so bedanke ich mich bei der Klassenlehrerin unserer Tochter, die mit unendlicher Hingabe und großem Einsatz alles tut, um den Kindern diese Zeit angenehmer zu gestalten. Ich sage „Danke“ all denen, die in Heil- und Pflegeberufen und den Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas, die Tag für Tag mit der Sorge leben müssen, selbst an COVID-19 zu erkranken. Und ich bedanke mich bei allen, die mir immer wieder aufs Neue das Gefühl geben, Ihnen etwas zu bedeuten.

Das wirklich schöne am Wort „Danke“ ist, dass man es auch in Momenten anwenden kann, in denen man sich angegriffen oder berührt fühlt. Es erdet. Es kalibriert. Und es zeigt die persönliche Demut, sich nicht in seinen Stärken zu überhöhen oder in seinen Schwächen zu versinken.

Habt ihr schon einmal erlebt, wie sich ein Konflikt durch so einen einfachen Satz wie „Danke für Deine Offenheit?“ sofort entspannt?

Oder wie erleichtert Menschen sind, wenn man sich für ihre Rückmeldung aufrichtig bedankt, anstatt diese zu relativieren, herunterzuspielen oder zu diskutieren?

Ich bin davon überzeugt, dass ein aufrichtiges, laut ausgesprochenes Danke viel in uns bewegt. Es hilft uns, uns selbst besser zu verstehen und zu erkennen, wie wir auf andere wirken. Meine Erfahrung ist, dass die Menschen in meiner Umgebung viel aufrichtiger sind wenn sie wissen, dass ich Ihnen dankbar für jeden Impuls bin, der mir hilft, mich besser zu verstehen. Der mich kalibriert und mich weniger anfällig macht, aus der Vielzahl von Informationen, die auf mich einprasseln, die relevanten herauszufiltern.

Gelebte Dankbarkeit verankert mich im Hier-und-Jetz. Sie ist Vorbild für meine Kinder und damit eine lohnende Investition in die Zukunft.

Sie macht glücklich.

Danke ist mehr als ein schönes Wort – es ist ein Zauberwort. Und das nicht nur in der Aufforderung an Kinder („Wie heißt das Zauberwort?!?“).

Und es ist wert, häufiger benutzt zu werden.

Ich jedenfalls wünsche uns dabei viel Spaß!

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